Schulgarten

 

Wer nennt die Schüler, kennt die Namen, die alle schon zusammenkamen,
und hier auf diesem Fleckchen Erde – dass neues, buntes Leben werde! –
mit Stein und Pflanze, Mensch und Tier für alle, die mit Freude hier,
mit Muskelkraft und oft mit Schweiß und mit viel Neugier und mit Fleiß,
und auch für solche, die nur gaffen… für alle jedenfalls zur Zier ein kleines Paradies zu schaffen?!

Wilhelm Arntz

Die Anfänge

Die Anfänge unseres Schulgartens datieren also aus dem Gründungsjahr der Schule, 1954. Die damals musisch und „theatralisch“ orientierte Volksschule hat mit Erna Basler eine sehr aufgeschlossene HHT-Lehrerin in Hauswirtschaft, Handarbeit und Turnen: Sie bemüht sich erfolgreich um ein Mindestmaß an schulgärtnerischer Grundlagenarbeit, d. h. sie richtet mit ihren Schülerinnen und Schülern die ersten Gemüse- und Kräuterbeete ein. Damit kann sie ihren Hauswirtschaftsunterricht sozusagen „von der Gärtnerhand in den Kochtopf“ aktualisieren…

 

Die Nachfolge

Ihr folgt in den 70er-Jahren Monika Haberer, die sich ebenfalls um die Heilkräuter, Küchen- und Teekräuter bemüht. Allerdings erschweren es damals schon die kopflastigen neuen Lehrplaninhalte und -strukturen, eine grundlegende Erfahrungs- und Zulieferer-Arbeit im Schulgarten aufrecht zu erhalten …

Heutzutage bemühen wir uns  „tapfer und unverdrossen“ um ein Stammsortiment von Küchen- und Teekräutern aus dem Schulgarten; und vorallem lässt um den Kompostplatz, der durch die Schüler/innen mit frischen Küchenabfällen beliefert wird – wofür ihnen „im Namen aller vereinigten Regenwürmer“ gedankt sei – immer wieder!

 

Neues Bewusstsein

Mit dem wachsenden ökologischen und naturschützerischen Bewusstsein – im Übergang von den 70er-Jahren in die 80er-Jahre – erweitert sich die Schulgartenarbeit um etliche Elemente und Bereiche: Damals hat Dieter Roth, unser jahrzehntelanger Sport- und Werk-, später Techniklehrer, u. a. die famose Idee, mit Schülern eine erste große Teichanlage zu schaffen: Seine handwerkliche und pädagogische Kreativität findet Lösungen, um die vorgegebenen Lehrplaninhalte auch im Freigelände des naturnahen Schulumfeldes zu verwirklichen, sozusagen zu adaptieren.

 

Doppelt wirkt besser

Da trifft es sich günstig, dass im Jahr 1986 ein zweiter „Schulgartenapostel“ auftaucht: Wilhelm Arntz, ausgestattet mit vielerlei schul- und hausgärtnerischen Erfahrungen und mit dem unbedingten Willen, Naturprozesse für die Sinne der Schülerinnen und Schüler wahrnehmbar und zum Erlebnis werden zu lassen – auch wenn dies bedeutet, manche Unterrichtsstunde „fächerübergreifend umzufunktionieren“ und vorallem: viel freie Zeit einzubringen.

Diese beiden Kollegen – zwei gegensätzlichere Charaktere sind kaum vorstellbar! – bringen es fertig, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten, Temperamente und Auffassungen miteinander abzugleichen. So können „Kopf, Herz und Hand“ zusammen mit den Schülerinnen und Schülern integriert und in pädagogisch unterschiedlichen Prozessen fruchtbar gemacht werden:
Unser vielfältiges Gelände mit zwei kleinen Waldstücken, mit Wiesen, Ofen- und Grillplatz und mit halbkreisförmigem „Höhenweg“ – später „Eichendorffs Höhenweg“ genannt – bietet dafür immer wieder hervorragende Gelegenheiten und Ansporn.

 

Faszination Schulgarten

In den Jahren 1989 bis 1994 wird es möglich, mit Unterstützung durch die „Jugendstiftung Baden-Württemberg“, durch die unweit gelegene Stadtgärtnerei sowie durch Beratungen und persönliche Hilfen den „Schulhausnahen Naturlehrpfad“ einzurichten. Seine Faszination wirkt weiter und erstreckt sich heute – im Jahr 2008 – zwischen vielen Polen:
Es sind der eigentliche Schulgarten mit Hoch- und Flachbeeten, mit Blumenrabatten, Rankbögen und Kompostplatz; es gibt die Feuchtgebiete und Trockenbiotope, die Wiesenstücke mit Frühjahrsblühern sowie den orkangeschädigten Restwald, dazu drei Teichanlagen mit Bachlauf (9.-Klass-Projektprüfung 2006).

 

Basis und Ausblick

Der Vorzug unseres Schulgartengeländes liegt in seinen vielfältigen Perspektiven und Projektmöglichkeiten.
Dabei folgen wir dem Motto:

„Ein Schulgarten und Naturlehrpfad nach ökologisch-pädagogischen Gesichtspunkten –
In  der Fülle seiner Möglichkeiten gewährleistet er Bildung für nachhaltige Entwicklung!“